Bitte lächeln: Ouistiti ist besser als Cheese
Quelle: Nikon
Was haben sich die Marketing-Strategen der großen Fotohersteller nicht schon alles einfallen lassen, damit die Kunden glauben, mit ihrem neuen Fotoapparat würden die Porträts mit dem besten Lächeln gelingen – eine Lächelautomatik bringen inzwischen selbst DSLR im Profibereich mit. Ist doch eigentlich alles klar, oder?! Wenn die Kamera eh nur noch dann auslöst, falls der oder die Porträtierte die Mundwinkel weit genug nach oben ziehen?! Weit gefehlt, denn Lächeln ist natürlich nicht gleich Lächeln.
Das haben dieses Mal die Marketing-Strategen von Nikon herausgefunden, die in einem kleinen Experiment den Porträtfotografen Peter Skjold Petersen beauftragt haben, ein mit der Lächelthematik schon aus beruflichen Gründen bestens vertrautes Model zu fotografieren. Dabei haben sie sich allerdings nicht auf die Lächelautomatik der Kamera verlassen, sondern dem Model Worte in den Mund gelegt, die dieses zu einem möglichst schönen Lächeln anregen sollten.
In Deutschland ist hierfür das Wort „Cheese“ weit verbreitet, das der oder die Porträtierte beim Auslösen sagen soll, um ein möglichst schönes Lächeln zu erzeugen. In anderen Ländern gibt es allerdings auch andere Worte, um dieses ganz besondere Lächeln aufs Foto zu kriegen. So sagt man in Italien „Famiglia“ (Familie), in Polen „Marmolada“ (Marmelade) und in Spanien „Patatas“ (Kartoffeln). In Holland muss man sogar einen halben Satz sagen, „Zaag Eens Kaas“ „Sag mal Käse“. Die Niederländer liegen sprachlich also auch bei den linguistischen Lächelautomatiken offensichtlich recht nahe an ihren deutschen Nachbarn.
Als unabhängiger Beobachter und Lächeltester fungierte bei dem Experiment der Linguist und Aussprache-Experte Tim Bowen, der nach eingehender Prüfung aller Fotos gemeinsam mit Petersen die Fotoserie als Sieger benannte, in der das Model das französische „Ouistiti“ (Kleines Äffchen) ausspricht. Hier wurde nach Ansicht der beiden Experten das freundlichste und natürlichste Lächeln gebildet. Petersen erklärt weiter, dass bei der Wahl des Wortes vor allem wichtig sei, dass die Zunge während des Sprechens hinter der Zahnreihe bleiben muss. Das gilt allerdings für alle Test-Worte.
Besonders interessant fand Linguist Tim Bowen die regionalen Unterschiede in Verbindung mit den bevorzugten Wörtern. So würden in romanischen Sprachen mit den dort üblichen Wörtern eher ein strahlendes Lächeln hervorgerufen, während in den slawischen Sprachen die dort verwendeten Worte „eher bedrückende Gesichtsausdrücke hervorriefen“. Wenn man nur wüsste, was Mona Lisa beim Porträtsitzen gesagt hat.
Porträtfotografen, die ihren Modellen ein wunderschönes, französisches Lächeln ins Gesicht zaubern wollen, sei zum Schluss noch die phonetische Umschreibung von Ouistiti mitgeteilt: Ui-sti-ti. Und gerne schließe ich den Artikel mit einer kleinen Umfrage: Was sind Eure Lieblingswörter für das perfekte Lächeln? Tipps bitte als Kommentar posten, gerne auch mit Beispielbild.
Details dieses Beitrags:
- Veröffentlicht am: 25. November 2010
- Autor: Demetrius Dackel
- Kategorie: Fotografie
- Tags: Experiment, Lächelautomatik, Nikon, Porträt, Umfrage
- Kommentare: 14 Kommentare
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“Ameisenscheisse”.
(Auslösen bei der letzten Silbe)
Funktioniert am besten bei Kids.
Wenn man den Tipp einfach nur ins Handbuch der Kamera schreiben würde, könnte man’s ja nicht als “Feature” verkaufen. ;)
Spaghettiiiiii
Und wie bei Herr Olsen:
(Auslösen bei der letzten Silbe)
Funktioniert am besten bei Kids.
eigentliche kann man fast jeden Begriff verwenden , solange er witzig ist …
gut ist es auch dem “Model” etwas zu geben was man in der Hand halten kann. Wirkt wie ein Anker und die Personen sind etwas lockerer.
Kinder sind sowieso die besten : Ameisenscheiße , ein klassiker , haha
[...] # Durchaus interressanter Artikel drüben bei Picspack zum Thema “lächeln”: Ouistiti ist besser als Cheese. [...]
Ich mache als Fotograf einfach Faxen.. dann lachen alle mal herzlich und danach ist das mit dem Grinsen kein Problem mehr ;)
Habe auch gute Erfahrungen mit Ameisenscheiße :-) Die besten Fotos gelingen mir dabei nach dem die lieben Kleinen das Wort beendet haben und herzhaft darüber lachen, dass sie grad einen Ausdruck sagen durften.
Als Informatiker hab ich auf ‘ner Konferenz mal “TCP/IP” aufgeschnappt – funktioniert aber nur bei entsprechenden Geeks, die das auch verstehn… (-;
Mit “Ameisenscheiße” habe ich bis her nicht so gute Erfahrungen gemacht. Meist lachen die Personen sich absolut schief, nachdem ich es das erste mal gesagt habe. ^^ Dann find ich die Bilder etwas übertrieben lustig…
Der Beitrag ist aber sehr Informativ, hatte ich bisher noch nie so ausführlich gehört *g*
LG Andy
[...] Klickst du: http://www.picspack.de/blog/2010/11/25/bitte-laecheln-ouistiti-ist-besser-als-cheese/ [...]
[...] es ist, auf Porträts das richtige Lächeln zu zaubern, hatten wir ja schon mal einen Artikel geschrieben. Allzu einfach scheint es auch nicht zu sein, Menschen dabei zu fotografieren, wie sie schmerzhaft [...]
[...] Demetrius Dackel informiert anschaulich über die Lächelautomatik moderner Digitalkameras [...]
Ich lass die Personen gerne sagen…Käsekuchen
Ameisenscheiße ist wohl das bekannteste.
Ich kann mir vorstellen, dass man, wenn man versucht, Ui-sti-ti auszusprechen, richtig französich natürlich, lächeln muss, vor allem, wenn man die Übersetzung weiß. Schon wer ausprobiert?