Im Leben gibt es keine Zufälle – Streetfotografie von Sebastian Schmidt
Es gibt Momente in denen das Leben auf der Straße Bilder schafft, die absurder nicht sein könnten und die kein noch so sehr arrangiertes Motiv so schön darstellen könnte, wie der Zufall. Sebastian Schmidt hat für uns solche Augenblicke aufgespürt und festgehalten.
Großstädte kennen wir vor allem als große, laute, hektische, überfüllte und pulsierende Metropolen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich Menschen auch in dieser Masse zwischen beeindruckender Architektur und Einsamkeit verlaufen. Neben beeindruckender Architektur und überdimensionaler Werbung wirken Sebastian Schmidts Motive zerbrechlich und verlassen und stellen das eigens Geschaffene in ein skurriles Bild zur eigenen Person.
Die ersten Fotos zum “Einsamen Menschen” entstanden in einer schwierigen persönlichen Lebensphase. Wie von selbst fanden die Motive ihren Weg in meine Kamera. Ich bemerkte, daß ich eigentlich nicht fremde Personen sondern immer mich selbst fotografiert hatte und damit versuchte meine innere Ausgeglichenheit zurück zu erlangen.
Die Reihe des „Einsamen Menschen“ ist gänzlich in Sepia gehalten. Damit soll der „Fokus auf die teils grafische Wirkung und das Wechselspiel von Mensch und Architektur“ gelenkt werden, so der Berliner. Was in schwarz-weiß zu hart wäre, ist in Sepia, zumindest in diesem Falle, romantisch und gleichzeitig reizvoll und lässt auch genug Platz um zu jedem Foto eine eigene Geschichte zu spinnen. Vielleicht sind Sebastian Schmidts Fotos gerade deshalb so „Betrachter-freundlich.“ Sie sind unaufdringlich aber einladend zugleich. Eine anziehende Mischung – zumindest für mich.
Die Art Fotografie, der ich mich verschrieben habe, erzählt Geschichten und hält Momente fest, die so nie wiederkehren werden.
Sebastian Schmidt fotografiert mit einer Sony Alpha 900 und lichtstarken Zeiss Objektiven. Er ist, so er selbst, ein „unbelehrbares Überbleibsel einer unbelehrbaren Minolta-Fraktion“ und erhofft sich von seinen Fotos vor allem eines: eine Emotion beim Betrachter zu wecken, völlig egal welche.
Neben den Fotos aus der Reihe des „Einsamen Menschen“ hat Sebastian Schmidt natürlich auch noch ganz andere Werke zu bieten. Motive sind immer zu die Schauspieler auf der „Non-Stop-Theaterbühne“ Alltagswelt und -geschehen. Menschen in urbaner Umgebung, sich ständig ändernde Umstände und Ereignisse sind die Dinge, die den Fotografen reizen und zur Kamera greifen lassen.
Aus der Reihe „Street“ stammt übrigens dieses Werk:
Mein Tipp: Hängen Sie sich nicht an die x-te Modeströmung an und lassen Sie sich nicht ständig neues Equipment aufschwatzen, sondern konzentrieren Sie sich auf das, was Fotografie ausmacht: den Bildinhalt. Versuchen Sie nicht, andere Fotografen nachzuahmen, sondern hören Sie auf Ihre innere Stimme und folgen Sie ihrem Gefühl. Ich hätte in meinem Leben schon früher gute Fotos machen können, wenn mir das jemand geraten hätte.
Sebastian Schmidt ist nicht „nur“ Fotograf, sondern bietet auch Coachings an, zu ganz unterschiedlichen Themen. Sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittenere Fotografen stellt sich der Künstler zur Verfügung um Fragen zu beantworten, den Horizont zu erweitern, mit helfender Hand und Tipps zur Seite zu stehen oder zu beraten.
Wer jetzt Lust hast mehr über den Fotografen, das Portfolio und / oder das Coaching-Angebot zu erfahren, schaut am besten hier vorbei.
Fotos: http://schmidt-sebastian.org/
Details dieses Beitrags:
- Veröffentlicht am: 15. November 2010
- Autor: Tanja Sim
- Kategorie: Fotografie
- Tags: Bildgestaltung, Coaching, Fotograf, Fotografie, Fotos, Portfolio, Portrait, Sebastian Schmidt, Vorstellung, Workshop
- Kommentare: 5 Kommentare
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Das erste ist ja mal sooo toll durch die ganzen Streben :) Wow!
Die anderen… naja, das letzte ist geil, die dazwischen gehen so :)
LG
Timo
Find seine Bilder gut! Ein Thema mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Aber mein Favorit ist auch das Erste mit den Streben!
hmmm….wirkungsvolle bilder – aber das ein oder andere wirkt doch so, als wurde der spontanen inszenierung etwas nachgeholfen
Ich bin – vorsichtig gesagt – überrascht, daß jemand auf die Idee kommt, ich würde der “spontanen Inszenierung etwas nachhelfen”. Ich habe einige Tage überlegt, ob ich überhaupt auf diese Aussage reagiere. Ich finde es aber immens wichtig, dies nicht unkommentiert zu lassen.
Ich habe in der Streetfotograf meine Berufung gefunden. Welchen Sinn hätte diese Arbeit, wenn ich mir einfach mein Bild “zusammenbaue”, so wie es viele Kollegen jeden Tag tun? Ich würde mich nicht nur um den großen Reiz bringen, den die Streetfotografie ausmacht, sondern ich würde mich als Person in Frage stellen.
Streetfotografie hat – und das wird von vielen völlig falsch eingeschätzt – nur zu 30% etwas mit “Schnappschüssen” oder Glück zu tun. Der Rest ist ein geschultes Auge und viel, viel Training und Gedauld. Ich sehe eine große Ähnlichkeit zum Leistungssport. Thomas, wenn Du wissen möchtest, wie das funktioniert, bist Du herzlich eingeladen, an einem meiner Workshops teilzunehmen.
Ich mag alle hier gezeigten Photos und auf mich wirken sie auch gar nicht inszeniert. Seit ich selbst ab und an Street photographiere mache ich die Erfahrung, dass man häufig mit einer Idee evtl. sogar an einen extra dafür ausgewählten Ort geht und – nichts passiert. Aber auf einmal reihen sich die s.g. Glücksmomente wo sich eine Szene anbietet und man nur noch per Klick zugreifen muss. Und davon kann es, je häufiger man photographieren geht ganz schön viele geben. Die Auslese der Qualität minimiert es bei mir dann letztendlich auf ein geringes Ergebnis, photographiere aber auch nicht ausschliesslich Street. Aber bei einem der das tut sind an “guten” Tagen einige gute Aufnahmen möglich. Gute Aufnahmen sind dann auch m.M. nach nicht die Schnappschüsse (manchmal auch die) sondern vor allem die wo der Bildkomposition genau so viel Beachtung geschenkt wurde wie bei einem Bild wo man alles vorher an Szenerie bestimmen konnte. Das ist eben die Kunst in diesen hier gezeigten Photos. Sie sind top arrangiert aber der kleine unwiderbringbare Moment in ihnen macht es zu einem sehr guten Street.
Vielen Dank fürs Lesen und der Blog, den ich heute für mich entdecken durfte macht mir großen Spaß zu durchstöbern.
LG, Martina