Blogparade: Fotos organisieren
photoappar.at hat eine Blogparade zum Thema Bildbestand-Organisation gestartet. Ein – wie ich finde – sehr interessantes Thema mit dem sich jeder Fotograf früher oder später ernsthaft beschäftigen muss. Momentan habe ich zwar für mich selbst einen guten Kompromiss für die Organisation meiner Fotos gefunden, ich bin mir jedoch sicher, dass es auch besser geht. Deshalb nehme ich gerne an der Blogparade teil und sehe mir dabei gleich mal an, welche Lösungen andere gefunden haben.
Also stürzen wir uns gleich ohne weitere Umschweife auf die Beantwortung der einzelnen Fragen.
1. Auf wie vielen Datenträgern speicherst Du Deine Fotos?
Meine aktuellen Bilddaten liegen auf einer einzigen internen Festplatte. Ansonsten habe ich Backups auf einer externen Platte und für manche Fotos auch auf DVDs. Daneben lege ich einen Teil meiner ‘entwickelten’ JPGs natürlich online im picspack.de-Bildarchiv ab. Allerdings nur in einer maximalen Auflösung von 2000 x 2000 Pixeln und unter der Creative Commons Namensnennungslizenz. Was man sicher nicht mit jedem Foto machen möchte, sondern nur mit einer Auswahl.
Großartige Security-Maßnahmen habe ich eigentlich nicht ergriffen, um meine Bilder vor fremdem Zugriff zu schützen. D.h. ich verwende weder Verschlüsselung noch einen Passwort-Schutz für meine Bilddaten. Dafür habe ich allerdings für einen recht zuverlässigen Schutz gegen Netzwerk-Zugriffe gesorgt. Aus verständlichen Gründen will ich hier nicht auf Details eingehen. :)
2. Wie regelmässig machst Du Backups?
Ich mache ein wöchentliches Backup meines gesamten Bildbestandes via robocopy (das ist quasi ein rsync für Windoof) auf meine externe Platte. Von besonders wichtigen Fotos (z.B. Hochzeit, Frankreich-Reise) habe ich ein zusätzliches Backup auf DVD.
Was mir noch fehlt ist ein Archiv im Sinne eines Generationen-Backups. Sollte ich jetzt versehentlich Fotodaten löschen ohne es zu merken und anschließend einen rsync machen, habe ich ein Problem.
3. In welchem Format speicherst Du Deine Fotos?
Ich bin gerade dabei, meinen Bildbestand von RAW nach DNG zu konvertieren. Mir gefällt der Gedanke eines RAW-Standards (auch wenn er von Adobe ist). Außerdem sind DNGs ein wenig platzsparender als meine RAW-Files. Und zu guter letzt finde ich es besser, dass man beim DNG nur noch eine Datei inklusive Metadaten hat.
Fertig entwickelte Fotos exportiere ich ins JPG-Format.
4. Welche Ordnerstrukturen oder Dateinamen verwendest Du?
Meine Ordner-Struktur sieht wie folgt aus:
/Fotos/{Jahr}/{Monat+Tag}/*.dng
Hier mal ein Beispiel:
/Fotos/2008/August 09/IMG_7820.dng
Diese Struktur entspricht einer der Standard-Optionen des Lightroom Foto-Imports, wobei man da auch die Möglichkeit hätte, sich etwas ganz und gar individuelles auszudenken.
5. Wie indizierst Du Deine Fotos?
Äähh…ich glaube gar nicht. Ich mache eine recht minimalistische Verschlagwortung in Lightroom. Das war’s.
Ich fürchte, das Thema wird mich nochmal übel einholen, wenn die Masse der Fotos soweit anwächst, dass das Wiederfinden eine echte Herausforderung wird.
6. Welche Software setzt Du ein?
Zur Verwaltung nutze ich nur Lightroom und den Windows Explodierer. Allerdings benutze ich die Verwaltungsfeatures von Lightroom sehr rudimentär. Ich glaube, der Lightroom-Bibliothek müsste ich mehr Aufmerksamkeit schenken.
Bei der Foto-Bearbeitung kommt hauptsächlich das Entwicklungs-Modul von Lightroom zum Einsatz. Seit Lightroom 2 ist Photoshop für mich ziemlich überflüssig geworden, hier und da braucht man es aber dennoch.
Mein Backup – wenn man es denn so nennen darf – erledige ich mit robocopy.
Details dieses Beitrags:
- Veröffentlicht am: 09. August 2008
- Autor: mikum
- Kategorie: Allgemein
- Tags: Bildbestand, Blogparade, Daten, Fotoarchiv, Fotos, Organisation, Verwaltung
- Kommentare: 4 Kommentare
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Hi,
habe auf photoappar.at auch geantwortet und entdeckt, dass Du nicht der einzige bist, der auch die “entwickelten” JPGs speichert. Mir erschliesst sich dafür nicht der Grund. Deshalb meine (naive?) Frage: Wofür?
Ich meine, ein entwickeltes JPG hat ja einen bestimmten Zweck, z. B. für die Ausbelichtung, den Druck in einem Fotobuch, die Veröffentlichung im Internet usw. Aber wozu soll man das JPG aufheben, wenn es seinem Zweck zugeführt wurde? Ich kann es doch jederzeit wieder aus den verschiedenen Versionen des RAWs erzeugen. Also ich lösche die JPGs nach Zuführung zum eigentlichen Zweck. Für mich wäre das Aufheben der JPGs Platzverschwendung. Oder mache ich einen Denkfehler?
Grüsse und weiter so
Dein regelmässiger Leser
Napfekarl
Du siehst das eigentlich ganz richtig, das Archivieren eines JPGs ist bei der RAW-Entwicklung im Grunde überflüssig.
Ich mache es trotzdem ganz gerne, weil es einen bestimmten Stand der Entwicklung repräsentiert, so wie beispielsweise ein Abzug eines Negativs. Natürlich würde es auch genügen, z.B. in Lightroom einen Schnappschuss zu machen.
Ein kleiner Tipp noch dazu an dieser Stelle. RAW bietet meinen Informationen nach gegenüber gebräuchlichen JPEG-Varianten einige Vorteile. Während JPEG in der Regel nur pro Farbkanal 256 Helligkeitsabstufungen erlaubt, enthalten Rohdatenformate demgegenüber meist 10, 12 oder 14 Bit an Helligkeitsinformation, was 1.024 bis 16.384 Helligkeitsabstufungen erlaubt.
6. Welche Software setzt Du ein?
Was das Konvertieren von RAW-Daten in diverse Formate angeht, muss es nicht undbedingt eines der “großen” Programme wie Photoshop oder Lightroom sein. Ich benutze seit Kurzem den Contenta-Konverter von Jansoft (www.contenta-converter.com), den man sich auf der Website als Trial-Version kostenlos runterladen kann. Wenn ich nach einer ausgedehnten Fotosession mit hunderten von RAWs nach Hause komme, konvertiere ich erstmal alle auf einen Schlag in JPEGs, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Dabei zeigt sich meist, dass ein Großteil der Fotos nicht “entwicklungswürdig” ist und ich beschäftige mich anschließend nur mit den RAW-Fotos, die ich auch wirklich entwickeln will. Ob man am Ende alle RAW-Daten behält, ist natürlich Anssichtssache. Jedenfalls eignet sich der oben genannte Converter optimal zur schnellen Batchkonvertierung, kennt wirklich jedes Format und bringt das ein oder andere nützliche Feature mit (Batch-Umbenennung/Anlegen von Ordnern, Filter, Wasserzeichen etc.)
Gruß,
Thomas