Landschaftsfotografie – Der Meisterkurs
Heute schreibe ich über das Buch “Landschaftsfotografie – Der Meisterkurs” von Michael Hennemann aus dem Markt+Technik Verlag. Da ich ja inzwischen raus aus der Stadt ins ruhigere Boltenhagen (wenn nicht gerade Hauptsaison ist) gezogen bin, bieten sich mir viele Motive in der Natur, wozu ja auch die Landschaftsfotografie zählt, von Stadtlandschaften einmal abgesehen. So wecken Bücher zu diesem Thema jetzt mehr mein Interesse als früher. Und so habe ich mir von dem hier besprochenen Buch eine Menge versprochen. Ob die hohen Erwartungen erfüllt wurden, lest ihr in diesem Artikel.
In seinem Buch möchte Michael Hennemann dem Leser Schritt für Schritt die richtige Vorgehensweise für gelungene Landschaftsfotografien näher bringen. Beim Lesen stellt man jedoch schnell fest, dass das “Schritt für Schritt” nicht allzu wörtlich zu nehmen ist. Das Buch ist keines Falls im Workshop-Stil gehalten. Nur hin und wieder, wie z.B. bei EBV-Themen, wird ein Sachverhalt wirklich Schritt für Schritt zum Nachmachen erläutert. Aber das ist ja auch gut so. Schließlich kann ich mir schlecht vorstellen, wie sich das sonst lesen würde: 1. Schlagen Sie mitten in einer schönen Landschaft Ihr Zelt auf. 2. Warten Sie auf den Sonnenaufgang. 3. Bauen Sie 30 Minuten vor Sonnenaufgang Ihr Stativ auf. 4. …
Das Buch beginnt mit einigen Tipps des Autors zu den verschiedensten Motiven der Landschaftsfotografie. Das reicht von Bergen über Wälder bis hin zu Makros von Blumen und anderen kleinen Natur-Motiven.
Zwischendurch gibt’s kleine Abschnitte zu den Themen Kamera- und Aufnahmetechnik. Ich finde das lose Einstreuen solcher Informationen besser, als wenn sich andere technikverliebte Autoren manchmal kapitelweise darüber auslassen.
Als nächstes folgen die Ratschläge zur Bildgestaltung. Auf diesen Teil war ich am neugierigsten, allerdings werden hier lediglich die klassischen Bildgestaltungsregeln auf die Landschaftsfotografie angewendet. Hätte ich mir eigentlich auch denken können, denn warum sollen diese nicht auch auf diesen Bereich der Fotografie zutreffen. Tja, da habe ich wohl wieder auf die bisher geheim gehaltenen Expertentipps gehofft, die man ausschließlich nur im “Meisterkurs” nachlesen kann. Denkste!
In Kapitel 3 geht es um fotografische Spezialitäten, wie z.B. die Panorama-, Infrarot- und Schwarzweißfotografie von Landschaften. Da man mit jedem dieser Themen leicht ein ganzes Buch füllen könnte, ist es unvermeidbar, dass diese etwas oberflächlich behandelt werden.
Im darauf folgenden Abschnitt wird auf die Fototechnik eingegangen. Der Fokus liegt dabei auf DSLRs. Auch hier, richtet sich der Autor eher an Einsteiger, denn es werden u.a. wirklich sehr grundlegende Dinge wie Brennweite und Belichtungszeit erläutert.
Ein weiteres Kapitel widmet sich der digitalen Nachbearbeitung am Rechner, wobei die RAW-Entwicklung mit Adobe Camera Raw (Schritt für Schritt!) erklärt wird. Vom Anspruch her aber auch alles an solche Anwender gerichtet, die zuvor noch nie mit dem Programm gearbeitet haben, also Einsteiger.
Abschließend wird dem Leser noch nahe gebracht, wie er seine Bilder verwaltet und archiviert und welche Software er dazu wie nutzen kann.
Soviel ganz grob zum Inhalt des Buches.
Ich denke mal, an der recht nüchternen Schreibe merkt man schnell, dass mich das Werk nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Wenn sich ein Buch im Titel mit dem Wort “Meisterkurs” schmückt, dann muss man sich nicht wundern, wenn der Leser auch eine anspruchsvolle Lektüre mit echten Expertentipps erwartet. Was hier jedoch geboten wir, ist eindeutig an Einsteiger und mit viel wohlwollen vielleicht auch noch an Fortgeschrittene gerichtet. Und so ist es auf der Rückseite ja auch zu erkennen. Dort wird unter “Leserprofil” eine Einstufung von Einsteiger bis Fortgeschrittene ausgewiesen. Also de Fakto nix mit “Meisterkurs”!
Als Einsteigerbuch ist es sicherlich sein Geld wert, denn es liefert einen gut strukturierten Über- sowie Einblick in das weite Thema der Landschaftsfotografie. Evtl. geht es aber auch dem Einsteiger so wie mir. Ich möchte bei einem persönlichen Fotobuch auch durch beeindruckende Fotos inspiriert und motiviert werden. Nun, sowas ist eine individuelle Geschmackssache. Ich fand die Fotos im Buch jedenfalls ziemlich konventionell und wenig inspirierend. Schade.
Da ich vielleicht mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bin, bin ich etwas enttäuscht. Für Einsteiger – nicht für Fortgeschrittene – ist es meiner Ansicht nach jedoch ein gutes Buch, welches ich empfehlen würde.
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Titel: Landschaftsfotografie – Der Meisterkurs
gebundene Ausgabe 306 Seiten
Autor: Michael Hennemann
Verlag: Markt und Technik
Details dieses Beitrags:
- Veröffentlicht am: 01. Juli 2009
- Autor: mikum
- Kategorie: Allgemein
- Kommentare: 6 Kommentare
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Von Mark + Technik Büchern darf man egal um welches Thema geht nicht allzu viel erwarten, so zumindestens meine bisherigen Erfahrungen.
Na ja, so pauschal kann ich das nicht bestätigen. Ich habe hier mal das Buch “Der fotografische Blick” besprochen. Das fand ich sehr gut.
http://www.picspack.de/blog/20.....che-blick/
Vielen Dank für den tollen Artikel! Ich nehme das Buch unbedingt!
Das Buch scheint interessant und nützlich zu sein. Ich glaube dass es sich lohnt. Danke für die ausführliche Info. Schöne Grüße, Wolfgang
Brauchst du dir nicht kaufen! Kommst ja bald mal hier vorbei. ;)
Kann mich den Aussagen nur anschließen …
Franz