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Blende 1,4

EF 50-1.4

Unerwartet positive Entwicklungen in meinem Sparstrumpf, haben es nun endlich ermöglicht: Ich habe mir die lichtstarke Festbrennweite Canon EF 50mm 1:1.4 USM geleistet. Meine – mit der Erweiterung der Foto-Hardware einhergehende – Begeisterung will ich dann auch gleich mal nutzen, um hier von meinen Eindrücken zu berichten.

 

Warum muss es ein Normalobjektiv mit großer Blende sein?

Manchem ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich gerne mit selektiver Schärfe fotografiere. Abblenden ist also eher nicht so meine Sache. Mit einer großen Blende kann man prima einzelne Objekte oder Details freistellen während die übrigen Bildelemente in einem schönen Bokeh verschwimmen. Um nicht nur das Hauptmotiv, sondern eben auch den Unschärfebereich, abzubilden, bietet sich eine 50mm Festbrennweite an. An einer Vollformat-Kamera, wie z.B. der 5D, hat man ein 50mm Normalobjektiv. An einer Crop-Kamera, wie z.B. meiner 30D, ist es ein leichtes Tele mit dem Bildausschnitt eines 80mm-Objektives. Somit bietet sich das Objektiv auch als Portrait-Linse an, was bisher aber nicht in meinen fotografischen Bereich fällt.

Verarbeitung und Lieferumfang

Das kompakte Objektiv liefert Canon in einem Würfel-förmigen Karton in bekanntem rot-weißem Design aus. Beim Auspacken offenbart sich, was man schon befürchtete: Außer einem Faltzettel der als multilinguales Handbuch dient, liegt dem Objektiv nichts bei. Es gibt eine Schutzkappe für vorn und hinten und das war’s dann auch schon. Keine Streulichtblende und auch kein Objektivbeutel bzw. -köcher.
Die Verarbeitung ist solide, wenn auch nicht überragend. Nichts wackelt oder klappert. Alles fühlt sich gut an. Das Design ist für meinen Geschmack etwas sehr angestaubt. Bei dieser – seit langem verfügbaren Linse – kein Wunder. Aber auch bei neuen Objektiven beweist Canon kein glückliches Designhändchen, mit Ausnahme der hellgrauen Vertreter. Auf’s Aussehen kommt es zwar nicht an, im immer härter umkämpfen D-SLR-Markt sollte man aber auch diesem Aspekt genügend Aufmerksamkeit schenken. Mit dem Produktdesign transportiert man auch ein Image, und das können andere momentan deutlich besser. Ich denke da speziell an Sony.

EF 50/1.4

Fotopraxis mit dem 50er

Ich werde hier nicht mit diversen Beispiel-Fotos akribisch jede Schwäche in der Abbildungsleistung des EF 50mm 1:1.4 USM aufdecken oder in raketenwissenschaftlicher Manier dem AF auf den Zahn fühlen. Das haben Andere schon getan, siehe die Links am Ende des Artikels. Vielmehr berichte ich kurz von meinen ganz subjektiven Eindrücken, fernab von Labor-Methoden.

Gleich am Anfang will ich kurz auf das einzige Merkmal des EF 50/1.4 eingehen, dass mich in der Fotopraxis ein bisschen stört. Die Naheinstellgrenze von 45 cm ist schon gewaltig. So war ich bei den ersten Foto-Tests auch überrascht, als die Linse den Fokus einfach nicht finden wollte. Einen halben Schritt zurück und schon klappt’s. Die beiden Geschwister EF 50/1.2 und EF 50/1.8 machen es aber auch nicht besser, und im Nikkor-Sortiment gelten offensichtlich auch genau die gleichen optischen Gesetze. Für mich war das neu, weil ich mit meinem Tamron 17-50/2.8 bis auf 27cm ran darf. Ein Blick in die technischen Specs hätte für Aufklärung sorgen können.

Die ersten Streifzüge mit meiner neuen Linse habe ich ohne Geli gemacht, denn diese war natürlich nicht im Lieferumfang enthalten. Da mir das Objektiv doch ein bisschen empfänglich für Streulichteinflüsse zu sein scheint, habe ich mir anschließend bei Ebay eine Streulichtblende für 18 Euro inklusive Versand gekauft. Dabei handelt es sich nicht um das Canon Original sondern um das ‘Ersatzprodukt’ eines Fremdherstellers. Da es sich bei so einer Geli ja nicht um ein hochtechnisches Hexenwerk handelt, kann man da ruhig mal fremdgehen und Canon so ein bisschen für die sparsame Produktpolitik bestrafen.

EOS 30D EF 50/1.4

Also habe ich fleißig weiter fotografiert, nun aber mit Geli. Der AF ist angenehm leise, so wie man es von EF-Objektiven kennt. Die Geschwindigkeit ist sicherlich okay, wie ich finde, bei diesem Objektiv aber ziemlich unwichtig. Wichtiger ist, dass der Fokus wirklich da sitzt, wo er hingehört. Bei voll geöffneter Blende ist der scharf abgebildete Bereich sehr knapp bemessen (was ja mein hauptsächlicher Kaufgrund war). Wenn dieser also daneben liegt, ist das Foto vermasselt. Nun möchte ich nicht dazu raten, das Objektiv so lange zu untersuchen, bis man einen Fehler gefunden hat, – das wäre überhaupt nicht meine Art – ein Fokus-Test mit Stativ wäre aber schon ratsam. Anschließend kann man sich nämlich sicher sein, dass wenn der Fokus mal nicht sitzt, man durch die eigenen Körperbewegung – wortwörtlich – daneben gelegen hat. Mein Exemplar hat den Stativtest gemeistert. Das beruhigt doch ungemein.

Die herausstechenste Eigenschaft am EF 50/1.4 ist natürlich dessen Lichtstärke. Es ist schon beeindruckend, bei welchen schummrigen Lichtverhältnissen man noch annehmbare Verschlusszeiten erzielen kann. Das hat dann auch mal zur Folge, dass die 1/8000s bei Blende 1,4 und hellem Tageslicht nicht mehr ausreicht und so mit einer Überbelichtung endet.

An der Farbenpracht, am Kontrast und an der Schärfe habe ich nichts auszusetzen. Allerdings kann ich dazu nicht wirklich viel sagen, weil ich bisher mit dem 50/1.4 fast ausschließlich bei voll geöffneter Blende fotografiert habe. Die beste Leistung bringt das Objektiv sicherlich erst, wenn man ein bisschen abbelndet. Wenn ich aber abblenden wollte, hätte ich bei meinem Tamron 17-50/2.8 bleiben können. Das produziert auch knackscharfe kontrastreiche Fotos, ist aber nicht so lichtstark und hat auch kein so tolles Bokeh.

Hier einige Bilder die ich mit der EOS 30D und dem EF 50mm 1:1.4 USM gemacht habe. picspack-User können die Fotos in maximal 2000 x 2000 Pixeln runterladen.

Gläschen

weiße Rosen

feuriges Öl

blaue Pflaume

 

EF 50mm 1:1.4 USM Links

photozone.de – Canon EF 50mm f/1.4 USM – Test Report / Review
derknork.de – objektivtest ef 50/1.4 usm
canikon.de – Canon EF 50mm 1/1.4 USM
slrlensreview.com – Canon EF 50mm f/1.4 USM Lens Review

Über den Author

mikum Mein Name ist Mike Schmelzer. Ich fotografiere seit 1998 hobbymäßig. Seit kurzem bin ich Familienvater und selbstständiger Gastronom. Trotzdem versuche ich die äußerst knapp gewordene Freizeit so gut es geht zum Fotografieren zu nutzen und hier den einen oder anderen Post abzusondern.

Details dieses Beitrags:

5 Kommentare zu “Blende 1,4”

  1. Gravatarmario am 30. Apr 2008 um 11:24 Uhr #

    …solch ein schönes Objektiv fehlt mir auch noch

    Viel Spass und Erfolg mit deinem neuen Objektiv!

  2. Gravatargato am 30. Apr 2008 um 16:51 Uhr #

    Netter Bericht, danke dafür – ich hab demnächst vor, mein 50mm f/1.8 durch das 1.4er zu ersetzen. Bin mal gespannt, ob sich die Investition lohnt und der Unterschied wirklich das Geld wert ist. :)

  3. Gravatarmikum am 30. Apr 2008 um 20:25 Uhr #

    Ich hatte auch mal das 1,8er, allerdings mit Metall-Bajonett. Bei der Abbildungsqualität wird man wohl keine Unterschiede feststellen, es sei denn man sucht mit Labortechnik danach. :) Der entscheidende Unterschied ist halt die größere Blende. Und die ist meiner Meinung nach das Geld wert.

    Das hier habe ich z.B. mit dem 1,8er gemacht:
    http://www.picspack.de/img232.htm

  4. GravatarBrowsersfruits: Foto News und Links für den 01.05.2008 | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel am 01. Mai 2008 um 12:29 Uhr #

    [...] Blende 1,4 – Picspack mit einem überaus informativen Post über das Canon EF 50mm 1:1,4 USM.   [...]

  5. Gravatar5 Tipps für scharfe Fotos - Fotografie - picspack Fotografie Blog am 27. Jun 2008 um 13:17 Uhr #

    [...] beste Abbildungsleistung erst bei kleineren Blenden. Ein relativ prominentes Beispiel ist z.B. das Canon EF 50/1.4. Die beste Abbildungsleistung liefert es erst ab Blende 2,8 und kleiner (größere [...]

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