Sigma DP1: Kompakte mit großem Sensor

Schon seit einigen Tagen gehen die Meldungen von Sigmas offizieller Ankündigung der DP1 durchs Netz. Im Frühjahr diesen Jahres soll sie nun kommen. Da dieser Zeitpunkt in greifbarer Nähe liegt, will ich der Ankündigung mal Glauben schenken. Ein bisschen Misstrauen bleibt, weil Sigma die DP1 ja schon vor 2 Jahren angekündigt hatte.
Doch dieses Mal sieht es gut aus, denn auf dpreview.com findet man nun sogar schon Beispiel-Fotos zum Download in voller Auflösung, die mit einer DP1 gemacht wurden.
Die DP1 bekommt den gleichen Sensor wie die Sigma DSLR SD14. Mit dem 14 Megapixel FOVEON X3 Direktbildsensor geht Sigma einen ganz eigenen Weg im Markt der digitalen Fotokameras. Vereinfacht gesagt, kann beim FOVEON-Sensor jedes Pixel die drei Farben Rot, Grün und Blau verarbeiten. Alle anderen Hersteller verwenden für ihre Sensoren das Bayer-Muster. Bayer-Sensoren haben 50% grüne Pixel, 25% blaue und nochmals 25% rote. Aufgrund dieser prinzipiellen Unterschiede rechnet Sigma seine 4,7 echten Megapixel einfach mal 3, weil ja jedes Pixel drei Farben verarbeiten kann. Tatsächlich sind die Fotos eines 4,7 Megapixel-FOVEON-Sensors aber eher mit denen eines 8 Megapixel Bayer-Sensors zu vergleichen. Ich finde, das ist immernoch genug. Schade, dass die Marketing-Leute da wieder den Kunden für dumm verkaufen. Dieser Vorwurf gilt übrigens für die Bayer-Matrix- und die FOVEON-Fraktion.

Der relativ große Sensor (20,7×13,8 mm, 2652×1768 Pixel) ist die gute Nachricht, die verbaute Festbrennweite, eher die schlechte. Mit dem 28mm (Kleinbild) Objektiv mit maximaler Blende 4, sind die Einsatzzwecke der DP1 dann doch ziemlich eingeschränkt.
Für diesen Spaß verlangt Sigma dann 799 Euro. Warum sie diesen Preis wert ist, möchte Sigma auf der eigens für die DP1 erstellten Website vermitteln. Genaue Informationen zur neuen Weitwinkel-Kompaktkamera mit FOVEON-Sensor liefert die offizielle Pressemitteilung.
Ich spielte ja selbst mit dem Gedanken, meiner Canon 30D eine kompakte mit DSLR-Eigenschaften zur Seite zu stellen. Für die DP1 kann ich mich aber nicht erwärmen. Erster KO-Punkt ist der ungerechtfertigt hohe Anschaffungswiderstand. Zweitens hat der FOVEON-Sensor den Ruf, nur im Studio wirklich zu gebrauchen zu sein. Mit reflektierenden Wasseroberflächen und Gegenlicht, soll er z.B. so seine Probleme haben. Und drittens passt mir das Weitwinkelobjektiv gar nicht. Da kann man von Haus aus nichts frei stellen, bei Blende 4 und 28mm dürfte das schwer sein. Der Einsatzbereich ist also stark limitiert.
Update:
Einen ausführlichen Artikel über die technischen Unterschiede zwischen FOVEON- und Bayer-Sensor, habe ich gerade bei The Public Eye Blog gefunden.
Details dieses Beitrags:
- Veröffentlicht am: 04. Februar 2008
- Autor: mikum
- Kategorie: FotoHardware
- Tags: FOVEON, kompakt, Kompakt-Kamera, Sigma DP1
- Kommentare: 9 Kommentare
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Erinnert mich an das Design einer Leica.
Oh stimmt. War mir garnicht aufgefallen. Sieht ein bisschen aus wie eine Leica D-Lux 3 bzw. Panasonic LX2.
jep, so siehts aus. Ach wie gut manchmal doch, dass ich im Buchhandel tätig bin, da kann schön soooooo viele Zeitschriften lesen.
Na wenn das dein Arbeitgeber liest. ;)
kann er ruhig, er erlaubt es ja, natürlich nicht während der Arbeitszeit.
das geht bei uns nicht so wie bei anderen ;-)
Ich weiß nicht auf wen du da jetzt anspielst?
So, schluss nu! ;)
ochhh na ja,
genau genug davon
[...] ich Lust auf so eine kompakte Weitwinkel-Festbrennweite, dann würde ich mir wohl eher die Sigma DP1 genauer anschauen. Die hat auch eine 28mm Festbrennweite verbaut und verfolgt beim Bedienkonzept [...]
[...] berechneten – 14 Megapixeln bleiben. Trotzdem will man die bei der Entwicklung der kompakten Sigma DP1 gemachten Erfahrungungen gewinnbringend in eine aktualisierte SD14 einbringen und diese dann SD15 [...]